90km in 3 Stunden
Lake Tekapo - Omarama
Heute Morgen hat das Wetter eine grosse Hitze versprochen, so dass wir versuchten frueh los zu fahren. Betonung auf versucht. Es wurde dann doch halb 10 bis wir all unsere wenigen Sachen zusammen hatten und uns auf den Weg machten.
Zwischen Lake Tekapo und Lake Pukaki ist ein Kanal mit einer fast leeren Dammstrasse. Die haben wir natuerlich genommen und konnten die Fahrt ohne Lastwagen und Busse so richtig geniessen. Zum Glueck hatten wir keinen Wind, denn in den Fuehrern wird beschrieben, dass man aufpassen muss, dass der Wind einem nicht in den Kanal windet. Baden ist da verboten ;-)! Am Ende von diesem Kanal war eine kurze aber deftige Abfahrt und wir haben wieder mal unser eigenen Rekord gebrochen. Der Tacho zeigte 76.5km/h an. Caro musste wieder mal fast die Augen schliessen...!
Die letzten 30km hatten wir dann so um die 40km/h drauf. Nur fliegen ist schoener. Leider findet unser Koerper (vorallem die Beine), dass nur schlafen schoener waere... ;-))!
Wir sind immer noch in einer sehr kargen und trockenen Gegend unterwegs. Es ist am Nachmittag zwar bewoelkt worden, aber bis jetzt ist noch kein Tropfen Regen gefallen. Die Luft steht richtig und es erdrueckt uns jetzt um 20.30 Uhr noch fast vor Hitze. Morgen soll es regnen, hoffen wir mal nicht (sagt dies ja nicht den Neuseelaendern, die hoffen schon lange auf Regen).
Haertetest fuer unsere Regenkleider
Omarama - Kurow
Schon in der Nacht auf Dienstag hoerten wir den Regen auf unser Cabine trommeln, das versprach nichts gutes. Nichts desto trotz starteten wir frohen Mutes unsere Tour. Auf Grund des Wetters entschieden wir, dass wir nur bis Kurow zu fahren. 60km sollten im Regen genuegen. Wie recht wir hatten...!
Am Anfang der Tour war einfach der Regen, aber ein richtiger Radler kann dies nicht abschrecken. Wir haben nach ca. 25km noch eine kleine Zusatzschlaufe gemacht und haben uns den groessten Staudamm (Lake Benmore) der suedlichen Haemisphaere angeschaut. Leider war es etwas windig, so dass wir nicht lange halten mochten.
Bei der Rueckfahrt vom Staudamm hielten wir an einem Tearoom und "tankten" Wasser auf. Peter stellte dabei fest, dass unser "Boardcomputer" ausgestiegen ist. Ich denke es ist besser, wenn ich hier nicht den genauen Wortlauf aufschreibe, er ist nicht Jugendfrei...;-))!
So radelten wir weiter und dachten, nur noch ca. 30km. Nur noch...! Die Rechnung hatten wir ohne den Wind gemacht. Wir krochen zum Teil mit 12km/h dahin und glaubten, dass der Andere nicht mit trampelte..., uff! Ach uebrigens, in der Zwischenzeit funktionierte wenigstens der Compi wieder. Der Regen hingegen wurde immer staerker. In Kurow angekommen tropfte uns das Wasser zu allen Loechern raus und wir wussten nicht mehr, was Schweiss und was Regen war. Einfach nur noch nass...!
Zum Glueck fanden wir in diesem verschlafenen Nest eine anstaendige und trockene Unterkunft in einem stillgelegten Spital (einmal mehr). Wir waren die einzigen Gaeste...!
Elephant Rocks
Kurow - Oamaru
Nach dem Aufstehen war unser erster Blick dem Wetter zugewant. Der Himmer sah immer noch sehr verhangen aus, aber wenigstens regnete es nicht. Unsere Kleider vom Vortag waren immer noch feucht, gut haben wir eine 2. Garnitur mit dabei.
Der Weg fuehrte heute durch eine wunderschoene Landschaft mit bizarren Steinformationen. Dazu verliessen wir den Highway und waren auf einer Strasse im Hinterland unterwegs. So kamen wir an den Elephant Rocks vorbei. Dies sind Steinformationen aus Urzeiten (Fotos folgen). Bald danach verlief die Strasse durch einen Canyon, mal auf mal ab.
Bis jetzt verlief unsere Reise ohne Pannen, aber die erste musste kommen und die kam 10km vor dem Ziel. Der Hinterreifen platzte. Peter machte sich so ans reparieren (welch eine Ueberraschung: der neu gekaufte Schlauch war mit einem Flick versehen!). In der Zwischenzeit zogen immer dunklere Wolken auf und dies leider nur gerade ueber uns...!
Mit etwas zu wenig Luft ging es weiter und dem Regen entfliehend. Nur leider war der Regen schneller und natuerlich kam es noch schlimmer. Hagel!!! Ohne Worte...;-(! Also rein in die Regenklamotten und die letzten Kilometer abstrampeln. Den naechsten Hagelausbruch ueberstanden wir dann gluecklicherweise unter einem Dach eines Supermarktes.
Den heutigen Tag schliessen wir mit Pinguinen am Strand ab.
Beine leer wie Flasche...
Oamaru - Dunedin
Am Mittwochabend sind wir in Oamaru noch zu den Pinguinen. Uns wurde erzaehlt, dass die Pinguinen sehr klein waren, aber dass sie so klein waren, dachten wir nicht. Wir haben sie fast nicht gesehen, denn es war ja auch schon am Eindunkeln. Auf jedenfall waren es die Blaupinguine (wurde uns so gesagt, gesehen haben wir es nicht...!).
Am Donnerstag war unser Plan nach Dunedin zu radeln. Leider war um 07.00 Uhr als der Wecker klingelte das Wetter nicht gerade berauschend. Der Himmel war bedeckt und die Strassen nass vom Regen. Nichts desto trotz standen wir auf und machten uns bereit fuer die lange Tour.
Zuerst fuehrte die Route an der Kueste entlang. Das war schon ein spezielles Erlebnis, am Meer entlang zu fahren und das Meer auch zu riechen...! Wunderschoen, obwohl es immer mehr zu regnen begann. Peter straeubte sich noch lange die Regenklamotten anzuziehen. Ich jedoch sah schon lange wie ein Polarforscher aus...;-))!
Weiter ging es auf dem Highway 1!!! Katastrophe die vielen 40 Tonnen Lastwagen. Die nehmen natuerlich keine Ruecksicht auf so ein "kleines" Tandem. Zum Glueck mussten wir nicht allzu viele Kilometer auf dem HW 1 zubringen. Schon bald konnten wir wieder auf eine Kuestenstrasse ausweichen. Was fuer ein Glueck, dachten wir (inzwischen ohne Regen), bis wir den ersten Hill erklimmen mussten. Fuer ein Tandem ging der schon fast senkrecht in die Hoehe. Leider war dies nicht ein Einzellfall. Einige kurze aber sehr deftige folgten noch.
Endlich hatten wir die Kuestenstrasse geschafft, nun ging es zurueck auf den HW 1. Man bedenke, wir hatten bereits 100km hinter uns. Nun kam noch der Hausberg von Dunedin, der Mt. Cargill. Dieser entpupte sich als steiler und laenger als jeder Pass, den wir hier in Neuseeland schon gefahren sind. Ca. 10km ging es stetig bergauf, es wollte einfach nicht enden. Unsere Beine brannten wie Feuer und speziell meine Beine waren einfach leer. Ich konnte keinen Druck mehr geben und Peter musste sozusagen uns da hoch stemmen. Doch was anschliessend kam, war die Muehe wert. Eine geniale, lange Abfahrt. Ich kam mir vor wie auf einem Hexenbesen zu fliegen. So musste sich Harry auf seinem Besen fuehlen. Wir flogen dann auch gleich nach Hogwartz. Kein Scherz, so heisst unsere Backpacker Unterkunft. Sie wird von einer Schweizerin mit ihrem Kiwimann geleitet und hat natuerlich die Dekoration im Haus auch Hogwartz angepasst. In Dobby,s Raum liegt zur Zeit gerade unsere schmutzige Waesche und wartet auf ihr Bad...! Einfach genial...!
Heute haben wir hier etwas die Stadt genossen. Dunedin hat sehr schoene Gebaeude im schottischen Stil. Morgen werden wir auf die Halbinsel Peninsula gehen und Tiere anschauen (Wink zu Regula;-)). Davon berichten werden wir euch ein anderes mal.
Ausflug Peninsula Dunedin
Am Samstag hatten wir unseren letzten Ruhetag in Dunedin. Wir entschlossen uns einen Ausflug auf die Halbinsel Peninsula zu machen. Sie ist der Stadt Dunedin vorgelagert und ein Paradies fuer Wildtiere. Die groessten Teile der Insel sind nur gefuehrt erreichbar, weil Naturschutzgebiet.
Wir starteten erst um 14.30 Uhr, da viele Tiere erst am spaeteren Abend gut zu besichten sind. Inbegriffen war auch einiges an laufen. Wie immer hat man alles gesehen, Leute die mit Crocks gekommen sind und solche mit kurzen Hosen (Temp. 10 Grad!!).
Gesehen haben wir als erstes Seeloewenweibchen mit ihren Jungen. Nach einem kurzen Track gings zu den Gelbaugen-Pinguinen. Eine der seltensten Sorten die es gibt. Weiter ueber den Strand zu den Seeloewenbullen. Wie nicht anders zu erwarten haben sie anstaendige Rangkaempfe ausgetragen. Maenner halt...
Danach durften wir in einen geschuetzten Unterstand und die Brutplaetze der Pinguine beobachten. Nach einer kurzen Fahrt gins zu den Royal-Albatrossen (Spannweite bis max. 3.5m). Unser Kommentar: Was gibt es schoeneres als zu fliegen ??
Rail Trail
Dunedin - Middelmarche (mit historischem Zug)
Middelmarche - Ranfurly (mit Tandem)
Wir entschlossen uns von Dunedin nach Middelmarch mit einer historischen Zugskomposition alla 1870 zu fahren. Man fuehlte sich in die alten Goldgraeberzeiten zurueckversetzt. Das Reisetempo war auch dementsprechend, so dass wir fuer eine Strecke von 60km 2.5 Std. brauchten... Die Gegend mit ihren Schluchten und Fluessen war wirklich sehenswert. Ebenfalls die Bruecken die im urspruenglichen Zustand gelassen wurden.
In Middelmarch angekommen hiess es umsatteln aufs Tandem, denn die Zugsstrecke ist zu Ende. Von nun an gings weiter auf dem stillgelegten Bahntrasse, das zu einem Rail Trail (Bike- und Wanderweg) umgebaut wurde (im gesamten ist er 150km lang, wir werden den ganzen abfahren). Auf deutsch, sie haben einfach die Schienen und Holzbalken entfernt und gekiest. Das hies fuer uns das erste mal offroad. Wie wuerden dies unsere schmalen Reifen meistern? Was macht der Ar... von Caro? Wie schnell kommen wir vorwaerts (wir starteten erst um 12.30 Uhr und hatten 60km vor uns...)?
Die Reifen haben es bis jetzt ausgehalten. Obwohl wir manchmal dachten, das kann nicht gut gehen. Der Schotter war z.T. sehr grob und scharfkantig. Der Ar... von Caro ist ein Thema fuer sich. Man stelle sich vor, man hat das Gefuehl, man sitzt nur noch auf den Sitzhoeckern und faehrt gleichzeitig ueber Schotter... Weiterer Kommentar ueberfluessig. Zu allem uebel kommt noch, dass Peter sein Allerwertester kaum mehr beschwerden macht.
Ansonsten kamen wir sehr gut voran und meisterten die 60km ohne groessere Probleme und sind wieder einemal in einem verschlafenen Nest Namens Ranfurly. Morgen gehts weiter auf dem Rail Train nach Clyde.