Ich war einmal ein Korallenriff. Doch durch die starken Wellen wurde ich vom Riff abgeschlagen und wurde zu Kalkschlamm. Nach ein paar Jahrtausenden wurde ich zu festem Kalkgestein. Durch eine gewaltige Plattenverschiebung wurde ich mit meinen Genossen Teil eines Gebirges. Kleinste Öffnungen in mir ermöglichten, dass Metalllösungen mit viel Eisen in mich hinein drangen. Dadurch verschwand das Calcium des Kalkes aus mir. Nun war ich ein Eisenspat. Den Berg, den wir bildeten nannten diese Menschen den Steirischen Erzberg. Eines Tages brach ich von einem großen Felsbrocken ab und ein Wanderer nahm mich mit.
Ich sehe so aus: Ich bin weiss bzw. grau und übersät mit schwarzen Streifen. Woher die Streifen kommen erzähle ich euch später.
Ich war früher einmal ein Granit. Meine Heimat? Ich war ziemlich glücklich als ich noch ein Granit war. Damals hatte ich ja noch keine Ahnung, was mit mir geschehen wird. Dann passierte was Schreckliches. Ein Erdbeben kam und dann noch eins. Das ist immer so, wenn zwei Platten der Erdkruste zusammenkrachen. Und ich lag genau dazwischen. Die Platten verschoben und verhängten sich. Nicht genug damit, es legten sich auch noch kilometerdicke Gesteinsdecken über mich. Mir wurde sehr heiß und ich hatte viel Druck auszuhalten. Ich hatte Angst dabei und hoffte, dass ich überhaupt heil durchkomme. Ich war ja erst ein paar Millionen Jahre alt und konnte mich gegen das Schieben und Drücken nicht wehren. Durch diesen Druck bekam ich meine Streifen. Und das funktionierte so: als ich noch ein glücklicher Granit war, also vor der ganzen Überschieberei, lagen die Mineralien in mir kreuz und quer. Als aber der Druck kam, richteten sich diese in eine Richtung aus. Ich wurde irgendwie so plattig. Ich hatte mich zweifelsohne verändert. Ab diesem Zeitpunkt an hieß ich nicht mehr Granit sondern Gneis. Doch ich bin auch jetzt glücklich. Ich kann mich eigentlich über nichts beklagen.
Wer bin ich?
Ich bin schwarz, weiß und grau-glänzend. Bin nicht rund und auch nicht eckig. Nein, ich bin etwas ganz besonderes.
Ich bin 10-15 Kilometer unter der heutigen Erdoberfläche entstanden. Bin ein kieselsäurehältiges Tiefengestein, also bin ich durch langsames Abkühlen des Magmas entstanden. Übrigens: ich bin sehr langsam auskristallisiert, das sieht man an meinen großen Mineralien. Dann passierte es eines Tages: Die Abtragung brachte mich ans Tageslicht. So kam ich an die Erdoberfläche.
Ein bekanntes Sprichwort über mich lautet: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer."
Ich war einmal die Spitze eines hohen Berges. Es könnte der Dachstein gewesen sein. Eines Tages zog ein Gewitter auf. Ein Blitz traf mich und ich brach aus dem Berg. Als ich aufschlug, zerbrach ich in viele Teile. Durch einen Erdrutsch wurde ich in einen Bergbach befördert. Das Wasser riss mich mit und ich wurde abgewetzt. Schließlich landete ich als Schotter auf einer Sandbank. Ich mischte mich mit den Lehmteilchen. Diese verklebten mich mit anderen Steinchen ganz fest und arg. So wurden wir zu einer Gemeinschaft zusammengedrückt. Aus lockeren Ablagerungen wurden wir zu einem festen Sedimentgestein.
Eines Tages kam ein Bagger, der lud die ganze zu Stein gewordene Sandbank, in der ich mich befand, auf einen LKW, um sie zu einem Käufer nach Freistadt zu bringen. Doch auf dem Weg dorthin bin ich abgebrochen und fiel vom LKW. Nach einiger Zeit wurde ich von einem Biologen gefunden. Er untersuchte mich und fand heraus, dass ich aus Kalksteinen bestehe. Dass ich vom Dachstein komme, kann er aber nicht wissen.